HOKOleuchtschrift02-1web

 

   

 30 Tage AO&-Betrieb

14. Mai bis 15. Juni 2014

Bad Kleinkirchheim, Österreich

60 Zimmer, 100 Betten, Suiten, Dormitorium

Restaurant, Bar, Schwimmbad, Dampfbad, Sauna, Kraftraum, Tennisplätze

 

Preise pro Person und Übernachtung mit Frühstück, Mittagessen, Abendessen 

inklusive aller Einrichtungen und Veranstaltungen im Hotel, K-Card und Kurtaxe:

Im Doppelzimmer oder Einzelzimmer: 125 Euro, im Dormitorium: 55 Euro

Kostenloser Aufenthalt für Kinder bis 12 Jahre

 

 Für Buchung und Fragen:

info@hotelkonkurrenz.at

+43 4240 8212-29

 

HKbutterfly01web

AO& (Philipp Furtenbach, Philipp Riccabona und Thomas A. Wisser) realisieren ortsspezifische Projekte im urbanen und ländlichen Raum und schaffen dabei außergewöhnliche Bedingungen für Aufenthalt, Kommunikation und Produktion. Über fünf Wochen bietet das HOTEL KONKURRENZ einer Vielzahl an Menschen die Möglichkeit über mehrere Tage oder Wochen diese Parallelwelt zu bewohnen und mit zu gestalten.

 In wenigen Jahrzehnten entwickelte sich das Bauerndorf Kleinkirchheim zum Tourismusort Bad Kleinkirchheim mit 1800 Einwohnern und einer Kapazität von 8000 Betten. Nach Jahren des Wachstums ist der Ort heute mit Stagnation und Rückgang der Nächtigungszahlen konfrontiert.

 Unter den vielen Beherbergungsbetrieben verkörpert das Hotel St. Oswald wie kaum ein anderes durch seine Größe, Form und Präsenz den Mut und die Zuversicht, welche zur Zeit seiner Konzeption in den Siebzigerjahren herrschten. AO& entdeckten diesen Ort für sich und erklären das Gebäude zum objet trouvé.

Am Ende einer einjährigen Auseinandersetzung mit der Situation des Dorfs, der Architektur des Hotels und den dort handelnden Personen übernehmen die Künstler die Leitung des Hotels und führen es zwischen dem 14. Mai und dem 15. Juni 2014 unter dem Namen HOTEL KONKURRENZ.

 In mehreren räumlichen Eingriffen wird die Konstruktion des Gebäudes freigelegt. Durch Neukonfiguration des vorhandenen Interieurs werden die Bedingungen für Aufenthalt und Kommunikation verändert. Das HOTEL KONKURRENZ wird von den Künstlern unabhängig von den in der Hotellerie verbreiteten Formaten und Klassifizierungen als Laboratorium für Beherbergungswesen mit höchsten Ansprüchen betrieben. Sie arbeiten mit Mitarbeitern des bestehenden Hotels, ausgewählten Fachleuten und mitgebrachten Helfern zusammen.

 Das komfortable Haus mit mehr als hundert Betten und großzügigen öffentlichen Flächen ist ein Dorf im Dorf, ein weitläufiger Aktionsraum unter einem Dach, eine große Maschine, welche Situationen für die Begegnung und den Austausch von Meinungen und Interessen unterschiedlicher Menschen hervorbringt.

Ein umfangreiches Programm an Vorträgen, Gesprächen und Konzerten findet innerhalb dieser 30 Tage statt. Am Wochenende von 16. bis zum 18. Mai 2014 laden AO& die Einwohner von Bad Kleinkirchheim ein, als Gäste im eigenen Tourismusort kostenlos Urlaub zu machen.

www.aound.net

 

 

HKhotelschrift08web

 

In einem 30 Tage andauernden Programmkontinuum verbringen alle zum Programm Beitragenden jeweils mehrere Tage im Haus. Dies führt zu gewollten Überschneidungen und Zusammenkünften. Aus dramaturgischen Gründen wird auf eine exakte zeitliche Bestimmung der einzelnen Veranstaltungen verzichtet. Die Großzügigkeit der Anlage erlaubt Aufenthalte parallel zum, oder auch unabhängig vom Programmgeschehen.

-

MITTWOCH, 14. MAI BIS SONNTAG, 18. MAI

30 Einwohner von Bad Kleinkirchheim verbringen auf Einladung von AO& kostenlose Urlaubstage in ihrem eigenen Dorf

Manfred Hellrigl, Leiter des Büros für Zukunftsfragen in Bregenz, über Gemeinde und Regionalentwicklung, Partizipation und Sozialkapital


Gesandte aus Bad Gastein berichten über den Wiederaufbaueines untergegangenen Fremdenverkehrsortes


Sepp Schellhorn, Hotelier, ehemaliger Leiter der Österreichischen Hoteliersvereinigung, über das Wesen der Branche

Herta Nöbauer, Sozial- und Kulturanthropologin, Universität Wien, über die Anthropologie des Schnees und das gezwungene Lächeln im Tourismus


Jonathan Crayford, Pianist und Multiinstrumentalist aus Neuseeland, verbringt mehrere Tage im Hotel. In seinen Improvisationen scheint er zu machen, was das Klavier will

Werner Jakits, bildender Künstler, DJ und Sammler von Tonträgern, insbesondere afroamerikanischer Musik aller Epochen

-

MONTAG, 19. MAI BIS SONNTAG, 25. MAI


Robert Schabus, Filmemacher, mit seinem Film “Hotel Obir”, der von der bewegten Geschichte eines Treffpunkt der verschiedenen Volksgruppen in Kärnten handelt.

Cid Rim, Produzent und Schlagzeuger, mit seiner weit über die Grenzen gefeierten Neuinterpretation des Jazz


Dorian Concept – „bescheidener Größenwahn“ – niemand spielt Keyboard wie er, sein aktuelles Album erscheint auf Ninja Tune

Zanshin wird auf der Website seines Labels Affine als Schweizermesser der elektronischen Musik bezeichnet


Roland Velich in einem Vortrag über interkulturelle Zusammenhänge und geschichtliche Relationen von Landschaften in Bezug auf Weinbau


Bernhard Kathan, Sozialwissenschaftler, Publizist und Künstler, beobachtet die Vorgänge innerhalb und außerhalb des Hotels

Sigrid Hauser, Architekturtheoretikerin, Professorin an der Technischen Universität Wien, beobachtet die Vorgänge innerhalb und außerhalb des Hotels

Lorenz Seidler ist Fotograf und Kommunikator des WIener Kunstgeschehens. Er Kommt nach Bad Kleinkirchheim, um den touristischen Ausnahmezustand zu dokumentieren.

Egyd Gstättner erzählt und liest aus seinem Roman „Geisterschiff“, der über weite Strecken in einem Hotel in Grado spielt

Clemens Paulus ist Sportwissenschaftler und Masseur und wird für ein paar Tage Gästen und  Mitarbeitern beistehen

-

MONTAG, 26. MAI BIS SONNTAG, 1. JUNI

Michelangelo Pistoletto über sein Lebensprojekt „Cittadellarte“: die Entstehung neuer Kunst- und Lebensmodelle aus dem Aufeinandertreffen kultureller, ökonomischer und produktiver Kräfte

Michael Zinganel, Architekturtheoretiker, Künstler und Kurator, über „Backstage*Tourismus“ und „Die Kunst des Handelns in touristischen Erlebniswelten“

Edelbert Köb, Kurator nock/art, über gesellschaftsbezogene Kunst, neue Künstlerbilder, bzw. Kunst als Handlungsform

Daniel Knorr, Roman Signer, Michael Strasser, Ingeborg Strobl, Künstler von nock/art, über ihr Selbstverständnis und ihre Projekte in Bad Kleinkirchheim


Hans Schabus ist gebürtiger Kärntner. Sein Film „Val Canale“ zeigt die wichtige Nord- Südverbindung zwischen Kärnten und Italien


Dietmar Nigsch, der Theatermacher und Leiter des „Walserherbst“-Festivals, über seine Erfahrungen beim Etablieren kulturellen Lebens in entlegenen Gebieten


Peter Seher, Musiker, Performer, Provokateur und Landwirt aus Kärnten


Markus Orsini Rosenberg, Maler aus Damtschach, spielt Musik aus seiner Plattensammlung

-

MONTAG, 2. JUNI BIS MONTAG, 9. JUNI

Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums für internationale Kunst in Aachen, über ihren kuratorischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt: Beziehungen Kunst – Landschaft – Architektur

Konrad Sprenger ist das Pseudonym des Künstlers, Komponisten und Herausgebers Jörg Hiller. Live-Performance mit einer computergesteuerten Mehrkanal-Gitarre

Phillip Sollmann, Klangkünstler und Komponist. Als „Efdemin“ veröffentlicht er auf Dial Records und bereist als DJ die ganze Welt. Er wird im Hotel eines seiner Drone-Konzerte geben

Dietmar Schwärzler ist Kurator und hat für „Hotel Konkurrenz“ die Filmreihe „Blaue Zone – Zimmer 405“ zusammengestellt. Gezeigt werden Arbeiten von: Bas Jan Ader, Heddy Honigmann, Peter Liechti, Joan Jonas, Lukas Marxt, George Kuchar, Lida Abdul, David Horvitz, Markus Scherer u.a.

Yasmina Haddad, music and other such things, von Laurie Spiegel bis FKA Twigs.

Miklos Ajtai, Pianist, wohnt in Radenthein und spielt seit Jahren in verschiedenen Kärntner Hotels

Albrecht Dornauer beschäftigt sich auf vielfältigste Weise mit Vinyl-Tonträgern und wird im Hotel aus seinem umfassenden Raritätenarchiv vorspielen

Florian Horwath, Multitalent, Performer, Songwriter, präsentiert sein neues Album

Melanie Ohnemus ist Kuratorin und Praktikerin der Grinberg-Methode

-

DIENSTAG, 10. JUNI BIS SONNTAG, 15. JUNI


Ed. Hauswirth, Regisseur und Schauspieler, ist künstlerischer Leiter des Grazer „Theater im Bahnhof“. Er wird währendseiner Anwesenheit in das Hotelgeschehen eingreifen

Katharina Kohler, Restauratorin und Künstlerin erzählt von Kunst, Kultur, Landschaft, Veränderungen und Schäden in der indischen Himalayaregion Ladakh

Babak Tafreshi und Christoph Malin, weltweit aktive Vertreter der Astrophotographie, erzählen über ihre Arbeit und werden versuchen, die Nockberge und den Himmel bei Nacht einzufangen

Barbara Stracke und Mirko Winkel – die Astrophysikerin und Planetenforscherin (Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt) und der bildende Künstler über mögliches Leben auf fremden Planeten

John Gerrard, irischer Künstler, zeigt und bespricht eine neue Arbeit aus seiner Serie „Exercise“

Markus Krottendorfer zeigt eine seiner berühmten Diashows

David Ajtai, Klavier-Wunderkind aus dem Nachbarort Radenthein


Dieter Würch, streitbarer Universalgelehrter und Betreiber der Wiener Buchhandlung 777, liest Science Fiction

Pepi Helm, Wirt und Musiker, zentrale Figur des unvergleichlichen, „postapokalyptischen“ Soziotops um sein „3er-Wirtshaus“ in Zwerndorf an der March. Er spielt Gitarre, erzählt und singt

Klaus Feurstein, DJ, Koch, Pionier, Gründer und Betreiber des legendären „Stone Club“, spielt und erzählt über Stücke aus seiner einzigartigen Plattensammlung

Philipp Ruthner ist Somatonaut, Sportwissenschaftler und Feldenkraislehrer

Constantin Luser ist Bildender Künstler und steht der Hotelgesellschaft als Tätowierer zur Verfügung.

Philipp Quehenberger und Didi Kern …!! …!!! …!!!!!!!!!!!

Oliver Kargl, DJ und Produzent, aufgewachsen in der Technostadt Feldkirch, veröffentlicht als „RNDM“ auf den Labels Dial und Laid

-

FREITAG, 10. OKTOBER BIS SONNTAG, 12. OKTOBER IM HOTEL ST. OSWALD

Rückblick „Hotel Konkurrenz“ und Symposium zumThema Neuorientierung und Generationenwechsel in Hotelbetrieben

 

HKreingardscheriauWEB01

„Interview mit Reingard Scheriau, Besitzerin des Hotels St. Oswald“ – AO& 2014

HKaoundportrait02web01

AO& (Philipp Furtenbach, Philipp Riccabona und Thomas Wisser) realisieren mit „Hotel Konkurrenz“ den bisher größten ihrer Kommunikationsräume. In einjähriger Vorbereitung und vielen Aufenthalten werden die sozialen Gefüge im Dorf und im bestehenden Hotel St. Oswald untersucht. Neben räumlichen Eingriffen, der Bildung einer Belegschaft aus bestehenden Kräften und neuen Charakteren wird die Dramaturgie der Betriebsabläufe verändert, mit Dienstleistungsgewohnheiten gebrochen und neue Arbeitsverhältnisse etabliert. www.aound.net

HKköche02


Unter der Leitung von Philip Rachinger und Anton de Bruyn werden neue Essensformate für den Hotelbetrieb entwickelt und adäquates, zeitgemäßes Essen und Trinken höchster Qualität angeboten. Die beiden lernten sich im Restaurant „Steirereck“ kennen, wo sie zwei Jahre kochten. De Bruyn arbeitet nach Aufenthalten in Hamburg und San Francisco gegenwärtig im „Clove Club“ in London. Philip Rachinger war jeweils ein Jahr im „Upstairs At The Ten Bells“ (London) und im „Saturne“ (Paris). Seit Anfang des Jahres ist er wieder Zuhause im „Mühltalhof“, wo er zusammen mit seinem Vater Helmut Rachinger Gäste, Fachwelt und JournalistInnen begeistert. Die Küche steht offen für alle Gäste, die die Zubereitungsprozesse während ihres Aufenthaltes zu jeder Zeit mitverfolgen können. Auch Tages- oder Abendgäste sind willkommen, das „Hotel Konkurrenz“ mit seinem Kulturprogramm und Restaurantbetrieb zu besuchen.

 

AnnaCHristophHSTO-72


Nicht lange, bevor AO& vor ihrer Türe standen, haben die Geschwister Anna und Christoph Scheriau gerade den Hotelbetrieb von ihren Eltern übernommen. In mehrstündigen Gesprächen konnten Philipp Furtenbach und Kurator Edelbert Köb die Eigentümer überzeugen, ihr großes Haus für das Projekt „Hotel Konkurrenz“ zur Verfügung zu stellen. Nach dieser mutigen Entscheidung bereitet sich die Familie seit Monaten auf das große Abenteuer vor. Zwischen 14. Mai und 15. Juni 2014 werden sie Gäste im eigenen Haus sein, um aus dieser Perspektive heraus neue Zugänge für die Fortführung des Hotelbetriebes zu entwickeln.

HKeinwohner01-72

Bad Kleinkirchheim ist kein Einzelfall. In wenigen Jahrzehnten hat sich sich das Dorf von einer bäuerlichen Siedlung zur Tourismusmaschine mit 8000 Betten entwickelt. Seit Jahren sind die Zahlen rückläufig. Neue Lifte werden gebaut. Ein Großteil der 1800 Menschen lebt vom Tourismus. Zum Eröffnungswochenende des „Hotel Konkurrenz“ laden AO& 30 Einwohner des Ortes Bad Kleinkirchheim ein, als Gäste in ihrem eigenen Dorf kostenlose Urlaubstage zu verbringen. Bild: „Dorfbewohner bedrückt die Situation in Bad Kleinkirchheim“ – AO& 2013

wernerjakits28

 Werner Jakits ist bildender Künstler und lebt in Wien. Er sammelt seit Jahren intensiv vor allem afroamerikanische Musik spielt regelmäßig als DJ aus seiner Sammlung. Er ist außerdem Besitzer des „Breakfast Club“ in der Schleifmühlgasse. Werner Jakits wird für die ersten Tage nach der Eröffnung am 14. Mai ein Zimmer im „Hotel Konkurrenz“ beziehen und in der Zeit das eine oder andere Mal in der adaptierten Suite 405 zu hören sein.

 

jcritafoto28

Der Multiinstrumentalist Jonathan Crayford wurde 1964 in Neuseeland geboren und spielt Klavier, seit er drei Jahre alt ist. Er hat zahlreiche Filme vertont und mit vielen verschiedenen Musikern zusammengearbeitet (David Murray, Tony Allen, Macy Gray, Kurt Rosenwinkel, David Binney, …) Seine Klavierimprovisationen sind legendär. Kennengelernt haben ihn AO& über ihren neuseeländischen Freund Luke Matthews im katalanischen Cadaqués. Jonathan Crayford war im Dezember 2012 in zwei Auftritten in der AO&-Serie „2045“ in Wien zu hören. Er wird bereits während der letzen Vorbereitungstage zu „Hotel Konkurrenz“ in Bad Kleinkirchheim anreisen und einige Tage im Hotel verweilen. Foto: Rita Novak

 

Hellriglfoto01-28

Manfred Hellrigl ist der Leiter des Vorarlberger Büros für Zukunftsfragen in Bregenz. Seit Jahren übernimmt er eine tragende Rolle in der beispielhaften Entwicklung partizipativer demokratischer Prozesse in Vorarlberg, welche 2013 zur Verankerung von direkter Demokratie und Partizipation in der Vorarlberger Landesverfassung geführt hat. AO& fanden in Hellrigl einen wertvollen Unterstützer in der Umsetzung ihrer drei großen Arbeiten für das Große Walsertal ( „Leben und Sterben in den Bergen“ – 2008, „Studien zur Gastfreundschaft“ – 2010 und „Lutzschwefelbad/Wassertal“ – mit M. Mackowitz, 2012). Gemeinsam haben sie 2008 in einem Wald, außerhalb des Dorfes Raggal den ersten Bürgerrat neuerer Zeit im Großen Walsertal ausgetragen. Manfred Hellrigl ist zu Gast am ersten Wochenende und verbringt seine Zeit im Hotel mit 30 Freiwilligen aus Bad Kleinkirchheim. Er wird von seiner Arbeit berichten, hat er doch reichlich Erfahrung mit Kommunikationsvorgängen in Gemeinden, die vor besonderen Herausforderungen stehen.  Bild: Manfred Hellrigl (Mitte) mit dem Bürgermeister von Raggal, Hermann Manahl (rechts) und Michael Lederer (Foto: Viktor Kröll)

nöbauerzeitung01-28

Herta Nöbauer ist Sozial- und Kulturanthropologin und unterrichtet an der Universität Wien. Im „Hotel Konkurrenz“ ist sie drei Tage zu Gast und wird am ersten Wochenende über das Verhältnis des Menschen zum Schnee und das gezwungene Lächeln im Fremdenverkehr sprechen. Bild links: Tiroler Tageszeitung

Miramonte_Bad Gasteiner Tal_28

Gesandte aus Bad Gastein erzählen über den Niedergang und das Entstehen von neuem Leben in den Bergen. Bad Gastein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Zeitweise sollen dort jährlich hunderte Kilogramm an Gold und Silber aus dem Berg gewonnen worden sein. Radonhaltiges Thermalwasser, das mit 47 Grad Celsius aus dem Berg entspringt, hat es schon früh zur begehrten Heilstätte gemacht. In der Kaiserzeit erblühte es auch touristisch. Reihenweise entstanden große, mondäne Hotels. Nach den großen Kriegen wurde Bad Gastein weniger und weniger besucht, der Verfall begann, und es wurde still um die Kurstadt. Auch heute kämpft der Ort mit großen Problemen, viele Gebäude stehen leer und sind in der Hand von untätigen Investoren. Dennoch regt sich auch wieder neues Leben rund um eine Gruppe von Menschen, die auf zeitgemäße Art und mit Hingabe ihre Betreibe führen und so auch scharenweise neue Gäste nach Bad Gastein bringen.

schellhornhorak01_28

Sepp Schellhorn ist Unternehmer und war viele Jahre Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung. Am ersten Wochenende wird er in einem offenen Gespräch über seine Sicht auf das Beherbergungswesen berichten. Foto: Philipp Horak

 

WalterHSTO-28

Walter Scheriau ist der Vater von Anna und Christoph Scheriau, den heutigen Betreibern des Hotels St. Oswald. Der gebürtige Klagenfurter ist ausgebildeter Optiker und arbeitete als Gendarm, bevor er in die Hoteldynastie Pulverer heiratete. Er war als Spieler und Trainer beim Eishockeyclub “KAC” engagiert. Walter Scheriau ist als einziges Mitglied der Besitzerfamilie fester Teil des “Hotel Konkurrenz” Teams, und er ist der einzige Mensch, der technisch dazu in der Lage ist, diese Riesenanlage zu bedienen.

cid_rim_andreas_waldschuetz 28

Cid Rim: Der junge Schlagzeuger und Produzent begann mit der Formation JSBL – mit Dorian Concept, The Clonious und Willi Rosner – den Funk der 70er Jahre auf die Bühne zu bringen. Nach seinem Debut auf dem Mutterschiff Affine Records veröffentlichte er ein selbstbetiteltes Album und die EP “Mute City” beim stilprägenden Glasgower Label Lucky Me. Seit 2013 folgten Produktionen für und mit Theophilus London und Spoek Mathambo sowie zahlreiche international gefeierte Remixes, unter anderem für CHVRCHES, Mikky Ekko, Darwin Deez und Sky Ferreira. Cid Rim besticht durch seine präzise, vielschichtige Rhythmik, seine intelligenten Akkordfolgen und seinen ikonischen Schnauzer. Er wird gemeinsam mit Dorian Concept und Zanshin mehrere Tage im Hotel verbringen. In Suite 405 arbeiten die drei an neuen Stücken, und jeder von ihnen wird live, sowie an den Plattenspielern zu hören sein. Foto: Andreas Waldschütz

image_zanshin(4)28

Zanshin – der Name entspringt einem Konzept der japanischen Kampfkunst und bedeutet “das unbewegte Herz”. Die Inspirationsquellen und stilistischen Versatzstücke, die die Arbeit des in Wien lebenden Produzenten prägen, sind von einer Vielfalt, dass sich eine klare Handschrift tatsächlich nur im “unbewegten Herzen” seiner musikalischen Welten offenbart. Sie oszillieren zwischen dancefloor-geerdetem Elektro, abstraktem Jazz und Avantgarde und begeistern im Club wie im Kopfhörer gleichermaßen. Auf Affine Records debutierte Zanshin 2011 mit der EP “The Humdrum Conundrum”, die LP “Rain Are In Clouds” folgte. 2013 erschien die 5-Track-EP “Swings & Roundabouts”, nach treffender Eigendefinition ein “bassinfizierter Broken-House-Entwurf”. Zudem bildet Gregor Ladenhauf, wie Zanshin mit bürgerlichem Namen heißt, gemeinsam mit Daniel Kohlmeigner seit 2005 das Elektro-Duo Ogris Debris. Im Hotel Konkurrenz darf man sich auf den eklektischen Geschmack Zanshins auch an den Plattenspielern freuen.

oliver-seestadt Kopie28

Dorian Concept: Der Komponist, Produzent und Keyboardvirtuose, der seinen Namen in Anlehnung an die dorische Notenskala trägt, wurde während der letzten Jahre zur internationalen Galionsfigur der neuen Wiener Elektronikszene. Wie Cid Rim Mitglied der Funkformation JSBL, machte er anfänglich auch mit Youtube-Clips am MicroKORG Synthesizer auf sich aufmerksam. Veröffentlichungen auf Affine Records, Kindred Spirits und Ninja Tune, sowie Remixes für Dabrye, Jamie Lidell, Letherette und viele mehr folgten. Dorian Concept war Tour-Keyboarder von Flying Lotus, kollaborierte mit dem Cinematic Orchestra und spielte mit dem London Metropolitan Orchestra in der Royal Albert Hall. Sein Stil speist sich aus modalem Jazz und Free Jazz, Hip Hop und Funk, gepaart mit einem präzisen Gefühl für elektronische Rhythmik aller Geschwindigkeiten.

sigrid28

Sigrid Hauser ist Architekturtheoretikerin und Professorin an der Technischen Universität Wien. Sie hat zahlreiche Publikationen zu diversen Themen der Konzeptions- und Rezeptionsästhetik verfasst. Ihre Schwerpunkte sind Fotografie, Film, Kunst, Literatur und Politik im Zusammenhang mit Architektur. Sigrid Hauser wird einige Tage im Hotel Konkurrenz verbringen und die Vorgänge innerhalb und außerhalb des Hauses beobachten.

Robert Schabus

In der ersten Hälfte der zweiten Woche wird Robert Schabus mit seinem Film „Hotel Obir“ zu Gast sein. Zeitgleich, während in Bad Kleinkirchheim das „Hotel St. Oswald“ entstand, erbaute der serbische Architekt Ilija Arnautović an der slowenischen Grenze, in Bad Eisenkappel, das „Hotel Obir“. Es wurde 1977 unter Protesten deutschsprachiger Kärntner eröffnet, entwickelte sich aber in den darauffolgenden Jahren zu einer lebendigen Begegnungsstätte der verschiedenen Volksgruppen. Im Jahr 2003 musste es seine Pforten schließen. Der Filmemacher Robert Schabus erzählt in seinem 2008 fertiggestellten Film die besondere Geschichte dieses Kärntner Ortes. Foto: Johannes Puch

 

 

 

B Kathan 28

Bernhard Kathan ist Kunsthistoriker, Schriftsteller und Künstler. Er lebt in Innsbruck und beschäftigt sich auf eigenständige Art und Weise mit grundlegenden Themen wie den Verhältnissen zwischen Mensch und Tier, der Landwirtschaftskultur, sowie mit Natur- und Kunstbegriffen im allgemeinen Sinn. Seit Jahren beobachtet und analysiert Kathan die Strategien verschiedenster Kunst- und Kulturprojekte in ländlichen Gegenden. Dies wird auch im Rahmen von „ Hotel Konkurrenz“ geschehen. Bernhard Kathan hat in Vorbereitung auf seinen Besuch hunderte Stunden Filmmaterial gesichtet, welche das Hotel als Ort behandeln.

Lorenz_28

Lorenz Seidler ist Fotograf, Kurator und umtriebiger Kommunikator des Wiener Kunstgeschehens. „eSeL“ verbringt in der zweiten Woche einige Tage in Bad Kleinkirchheim, um den touristischen Ausnahmezustand zu dokumentieren.

00000 EG Grado Seebad 28

Der Klagenfurter Schriftsteller und Satiriker Egyd Gstättner liest, lebt und recherchiert im Hotel Konkurrenz. Sein aktueller Roman “Das Geisterschiff” erzählt vom Leben Josef Maria Auchentallers, eines vergessenen Secessionisten, der mit seiner Frau Emma in Grado strandete und dort schließlich ein Hotel betrieb.

slimbo28

Clemens Paulus war langjähriger Partner von Thomas Wisser (AO&) in der Rapformation „Wisdom and Slime“. In den letzten Jahren hat sich der studierte Sportwissenschaftler, Masseur und langjähriger Betreuer des Österreischen Ruder Nationalteams nach allen Regeln der Kunst mit dem Menschlichen Körper beschäftigt und ausgebildet. Clemens weilt über die zweite Woche im „Hotel Konkurrenz“ um Gästen wie Personal beizustehen. Bild: Clemens Paulus (links) mit Philipp Riccabona (AO&) beim Bau eines Ofens im Sommer 2007 in Prigglitz.

_DSC6807_Copy28

Roland Velich ist Winzer und ein durchaus kritischer Geist. Seine Weine sind in Fachkreisen weltbekannt und außerordentlich begehrt. Mit seiner Serie „Moric“ trat er den Beweis an, daß burgenländischer Blaufränkisch, wie die „großen“, bedeutenden Rebsorten, in feinen Graden spezifische Ortscharakteristika transportieren kann. Im eigenen Land lange unverstanden, hat Velich durch seine hohen Bewertungen und die hymnische Rezeption in der ausländischer Fachpresse dem österreichischen Rotwein mehr internationale Aufmerksamkeit beschert. Er hat klare Vorstellungen, wie Wein sein kann, wie er nicht sein soll, und er vermag dies auch unmissverständlich auszudrücken. AO& lernten Roland Velich bei ihrer „Feed The Rich” Tour 2010 in Lech am Arlberg kennen. Er erschien mit seiner Frau Dagmar plötzlich am Leichentransporter von AO&, um sich an Wildschweinsuppe und Schnaps zu laben. Daraus entstand eine bewegte Freundschaft mit einer Reihe von Kooperationen im Rahmen der Arbeiten „NYC Residency“, „Old Acquaintance Should Be Forgot“, „Kreide“, „Brand“, etc. Für „Hotel Konkurrenz“ stellt Velich die Auswahl der angebotenen Weine zusammen und wird in der zweiten Öffnungswoche in einen Vortrag über interkulturelle Zusammenhänge und geschichtliche Relationen von Landschaften in Bezug auf Weinbau zu hören sein. Foto: Markus Gohm

HKpress28

Ein Projekt wie „Hotel Konkurrenz“ hat in einem Ort wie Bad Kleinkirchheim nicht nur Freunde. Das örtliche Tourismusbüro steht AO& bei der Umsetzung bei, indem es rechtlich und wirtschaftlich die Leitung von „Hotel Konkurrenz“ übernimmt. Dies bedeutet, dass die Organisation, die sämtliche Beherbergungsbetriebe des Dorfes vermarktet und vertritt, paradoxerweise plötzlich für 30 Tage selber ein Haus betreibt, welches in direkter Konkurrenz zu all den anderen steht. Dabei ist die couragierte Arbeit des Teams um Stefan Heinisch hervorzuheben, das sich entgegen branchenüblicher Kommunikationsformen auf die schonungslose Hinterfragung touristischer Verhältnisse einlässt. Bild: „Besprechung „Hotel Konkurrenz“ mit AO& und der Bad Kleinkirchheimer Tourismusmarketing GmbH, mit Stefan Heinisch, Stefan Wunderle, Brigitte Nagl, Marlies Glatz und Max Egger, Philipp Riccabona und Philipp Furtenbach“ – AO& 2013

KÖBauto01-28

Edelbert Köb wurde 1942 in Bregenz geboren. Er war Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Präsident der Wiener Sezession, gründete das Kunsthaus Bregenz und war langjähriger Direktor des Wiener Museums Moderner Kunst. 2012 nahm er den Auftrag an, für die Gegend von Bad Kleinkirchheim die Serie „nock/art“ zu kuratieren. In einem mehrjährigen Prozess sollen dabei Projekte von AO&, Gottfried Bechtold, Hamish Fulton, Andy Goldsworthy, Daniel Knorr, Michael Strasser, Roman Signer, Ingeborg Strobl, Not Vital und Lois Weinberger realisiert werden. Im AO&-Projekt „Hotel Konkurrenz“ wird er in einem Vortrag über gesellschaftsbezogene Kunst, neue Künstlerbilder und Kunst als Handlungsform sprechen. Bild: „Edelbert Köb im Gespräch mit Stefan Heinisch, Thomas Wisser und Philipp Furtenbach“ – AO& 2014

markus1-28

Markus Orsini Rosenberg ist Maler und lebt in Damtschach bei Wernberg. Neben seinem künstlerischen Schaffen verwaltet er die Schlossanlage Damtschach, wo er mit seiner Frau Alina Kunitsyna, sowie einen Schwestern Johanna und Marie seit Jahren Ausstellungen, Kunstaktionen, Konzerten und Theateraufführungen mit einer langen Reihe an namhaften Beitragenden organisiert. Markus Orsini Rosenberg ist passionierter Instrumenten- und Musiksammler und wird am dritten Wochenende aus seiner weitverzweigten Sammlung an Tonträgern vorspielen. Foto: Yasmina Haddad

NIGSCH 2-28

Dietmar Nigsch wurde 1951 im Großen Walsertal in Vorarlberg geboren. Nachdem er eine Lehre als Einzelhandelskaufmann im Nahversorger „Konsum“ absolvierte, verliess er die enge Talschaft, um ein freieres Leben in Wien zu beginnen. Er wurde Schauspieler und Theatermacher. Nigsch spielte in vielen beachteten Produktionen in Stücken von Werner Schwab, Rainer Werner Fassbinder, Heiner Müller, George Tabori und anderen. Er gründete das „Projekttheater Vorarlberg“ und kehrt seit 2006 alle zwei Jahre als Organisator des „Walserherbst“ Festivals in seine alte Heimat zurück. Mit dieser dreiwöchigen Veranstaltung, die ein vielschichtiges Programm an Theater, Filmen, Konzerten und anderen Darbietungen umfasst, gelingt es Nigsch jedes Mal aufs Neue, die Bewohner des Tales zu beteiligen, zu irritieren und zu beleben. 2008 lud er AO& zum ersten Mal ins Walsertal ein, die dort „Leben und Sterben den Bergen“, ein Festival im Festival, veranstalteten. 2010 folgte die fünfwöchige Performance „Studien zur Gastfreundschaft“. 2012 wurde das von AO& und Martin Mackowitz realisierte „Lutzschwefelbad“ (www.wassertal) eröffnet. Dietmar Nigsch kommt in der ersten Hälfte der dritten Woche ins „Hotel Konkurrenz“ und berichtet von seinen Erfahrungen beim Etablieren kulturellen Lebens in entlegenen Gebieten.

p_kniet-1024x1024-20

Am Freitag, dem 30. März breitet sich der Musiker, Performer und Provokateur Peter Seher mit seinen Klangkollagen im Hotel aus. Auf unsere Anfrage, sein Vorhaben in Worte zu fassen, schickte er folgende Zeilen: peter pavel seher vlg. spies, geboren in bach, spross zweier kaerntner wirtshausdynastien, im pendel zwischen wein und kaernten, bereit zum in konkurrenz tretenden zwiespaeltig gespaltenen zwiegespraechIN. eine erzaehlung und schau nach, mit und gegen: tontraeger, die tiroler bergvagabunden, adam&eve, ann&andy, preistanz, petula clark, die 3 spitzbuben, leroy pullins, feldaufnahmen, nilsen brothers, nina lizell, johnny roman, dorthe, jetzt-einlagen, dj-spass, renate kern, lorenzer-echo, klassischer elektroakustik, peter seher, donauland, benny quick, demis roussos, stefan fraunberger, the hubbubs, karaokebattle, daniel boone, herzl duo, die fidelen oberlandler, uvm. zeitreise, schwank und schalk, ode und aufarbeitung einer gemeinsamen geschichte von heimatlichen erholungsortschaften und ihren protagonistenINNEN. erinnern und schwelgen an eine im bad verschwommene zeit, mit besonderen mitteln unter kleinen umstaenden. vertraeumtes untergehen, scheitern, sinnieren. kirchliche andacht und IN. bar jeder vernunft. Artwork: Jörg Huber, Foto: Paul Gleischer

Hans_Schabus_2011.28

Hans Schabus ist geborener Kärntner und seit Jahren ein international tätiger Künstler. Sein Durchbruch war die Teilnahme an der 40. „Biennale di Venezia“ im Jahr 2005, wo er einen Berg über dem Österreichischen Pavillon errichtete („Das letzte Land“). Im „Hotel Konkurrenz“ zeigt Schabus seinen Film „Val Canale“ über das Kanaltal, die seit alten Zeiten wichtige Nord-Südverbindung zwischen Kärnten und Italien.

Hans Schabus, Val Canale, 2005, 59min 17sec, Kamera und Schnitt: Robert Schabus, Wescam: Irmin Kerck, Brains & Pictures, Helikopter: Werner Harms, Goldeck-Flug, Produktion: UNIKUM Klagenfurt / Celovec

 Val Canale zeigt eine poetische Kamerafahrt durch das Kanaltal als Sinnbild für eine Reise ins Offene. Ein enges Tal, das durch Erosion und Erdbeben, Kriege und Transit schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, erweist sich, aus der Vogelperspektive betrachtet, als fast surreale Landschaft. Der ständig sich verzweigende Tagliamento, die verschlungenen Stränge von »Pontebbana« und »Autostrada«, Hochspannungsleitungen, Brücken und Terminals erlangen grafische Qualität und können wie eine Partitur gelesen werden. Aufgenommen wurde der Film mit einer an einem Helikopter befestigten Spezialkamera. 

 

Zimmer405-28

Neben ca. 60 Zimmern und Suiten verfügt das Hotel St. Oswald über vier Luxussuiten mit über 80 Quadratmetern. Im „Hotel Konkurrenz“ dienen drei davon als komfortable und preiswerte Mehrbettzimmer (Dormitorien). Die „Suite 405“ im vierten Stock wird hingegen als Veranstaltungsraum genutzt – für Konzerte, Lesungen und Vorträge, welche ungeteilte Aufmerksamkeit erfordern. Auch die Musiksalons finden dort statt, bei denen Künstler und Musiker kommentiert aus ihren Sammlungen vorspielen. Spätabends zieht sich das öffentliche Leben im Haus in den vierten Stock zurück, wo alle Gäste, Beitragenden und Mitarbeiter, die nicht schlafen können oder wollen, in der „Suite 405“ ihre Bleibe finden. Die „Suite 405“ bietet neben drei Aufenthaltsräumen eine Tonanlage, eine Bar, einen Raucherbalkon, ein großes Badezimmer und eine eigene Sauna.

ingeborg_28

Ingeborg Strobl wurde 1949 in Schladming geboren. Sie studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und am Royal College of Art in London. Seit 1972 realisiert sie diverse Ausstellungen und Projekte sowie Kunst im öffentlichen Raum. Sie veröffentlichte eine Reihe von Kunstbüchern. Ingeborg Strobl wohnt in der dritten Woche im Hotel Konkurrenz, um an Studien für ein großräumiges Projekt zu arbeiten, das in den kommenden Jahren im nahegelegenen Steinbruch umgesetzt werden soll. Bild: Ingeborg Strobl

 

Daniel_Knorr_28

Der in Berlin lebende Konzept- und Performancekünstler Daniel Knorr kommt nach Bad Kleinkirchheim, um an seinem „nock/art“-Beitrag  zu arbeiten, welcher 2015 realisiert werden soll. Auch er wird Zeit im „Hotel Konkurrenz“ verbringen und in der dritten Woche im Gespräch mit Kurator Edelbert Köb über seine Vorhaben berichten.

DCF 1.0

Michael Zinganel ist Architekturtheoretiker, Künstler und Kurator. Er unterrichtete an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland. „Architektur und Stadt“, „Planungsmythologien und Alltagskultur“, „Tourismus als Motor transnationaler Mobilität“ umschreiben die Felder, mit denen er sich beschäftigt. In der dritten Woche des Hotel Konkurrenz erzählt er über „Backstage*Tourismus“ und „Die Kunst des Handelns in touristischen Erlebniswelten“.

miklos_28

Miklos Ajtai studierte während seiner Jugend in Ungarn das Klavier und die Violine. Die folgenden etwa dreißig Jahre bereiste er als Pianist die Welt und spielte unter anderem in Toronto, Hannover, Basel, Frankfurt und Wien. Seit 27 Jahren in Österreich, lebt Miklos Ajtai in Radenthein. Er ist vielgebuchter Barpianist in zahlreichen Kärntner Hotels, außerdem Vater, Lehrer und Mentor des jungen Klaviertalents David Ajtai. Im “Hotel Konkurrenz” wird er einen Abend am Klavier zu hören sein und von seinen Erfahrungen und Erlebnissen erzählen.

EndeNeu_Strasser_online28

ENDE NEU, ab 07. Juni 2014 | 11 Uhr, Mallnock | Bad Kleinkirchheim | Österreich / Präsentation der Arbeit Ende Neu | Koordinaten 46.872606, 13.76461 /Gespräch mit Brigitte Franzen und Edelbert Köb | Hotel Konkurrenz 17 Uhr: Vom Medium Fotografie ausgehend, changiert Michael Strassers Arbeit heute zwischen Fotografie, Installation und Skulptur. Im großen Radius seiner künstlerischen Praxis interveniert der Künstler sowohl in institutionellen als auch privaten Räumen und Gebäuden. Durch Aneignung und Transformation vorgefundener Architektursituationen legt er kulturelle und institutionelle Repräsentationssysteme offen und erweitert seine architekturkritischen Untersuchungen zu anthropologischen Fragestellungen, indem er die Faktoren Mensch, Raum und Architektur fortwährend analysiert, zueinander in Beziehung setzt und inszeniert. Circa 1500 m entfernt von der Bergstation der Brunnachbahn in St. Oswald, auf der Route des Alpe-Adria-Trails, liegt die Wegscheide von Mallnock (2226 m) und Rote Burg. Unterhalb, in südlicher Richtung, verläuft ein mittlerweile aufgelassener Wanderweg, der von Wanderern mit dem Anstieg zum Mall-und Klomnock meistens umgangen wird. Auf den ehemaligen Bergmähdern am Fuße des Berges befindet sich ein Cluster an verfallenen Heustadeln. Diese Reste, etwas abseits der heute als nock/art Wanderwege bezeichneten Routen, sind stille Zeugen eines Zeitwandels und der Veränderung eines durch acht Jahrhunderte von Landwirtschaft geprägten Raumes, der seit 60 Jahren stark von den Einflüssen und Auswirkungen eines boomenden Winter-und Thermentourismus seit den 50iger Jahren gezeichnet ist. Stellvertretend wurde von Michael Strasser einer der Stadel ausgewählt, dessen Positionierung im Sommer 2013 genau dokumentiert, das Material abgetragen und über den Winter eingelagert und getrocknet. In weiteren Schritten wurde das Holz gehärtet, gefärbt, veredelt und anschließend vor Ort wieder aufgebaut. Dadurch wird das Objekt aus der über den Hang verteilten Ansammlung an Fragmenten hervorgehoben, bleibt aber gleichzeitig Teil des gesamten Clusters, der somit zum Präsentationsraum wird. Die unbearbeiteten Stadelreste werden erst durch den künstlichen Eingriff gemeinsam in das Feld der Wahrnehmung und der Reflexion gerückt. Das Werk berührt darüber hinaus auch grundsätzliche Fragen über die Pflege des historischen Gedächtnisses und reflektiert über die Notwendigkeit von Erinnerungsund Gedenkbauwerken. Der aufgelassene Wanderweg wird bis zur Außenrauminstallation reaktiviert und Wanderern oder Interessierten zugänglich gemacht. Am 07. Juni 2014 um 11 Uhr wird die in situ Arbeit Ende Neu vor Ort der Öffentlichkeit vorgestellt. Vom Treffpunkt Bergstation Brunnachbahn startet um 10.30 ein circa 30 minütiger Spaziergang zur Installation. Um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig Forums für internationale Kunst in Aachen und dem Kurator von nock/art Edelbert Köb statt. 

 

phillip014-2web-28

Phillip Sollmann lebt in Berlin und arbeitet künstlerisch zwischen Installation, Performance und Komposition. Unter seinem Pseudonym „Efdemin“ ist er als TechnoDJ und Produzent bekannt, bereist die ganze Welt und veröffentlicht regelmäßig auf dem Hamburger Label Dial Records. Im April 2014 erschien sein neues Album „Decay“. Er arbeitete in der Vergangenheit bereits mit AO&, gemeinsam entstanden die räumlichen und klanglichen Anordnungen „Assembly 01“ in Rom und „Assembly 02“ in München. Phillip Sollmann wird in der vierten Woche einige Tage im Hotel Konkurrenz verbringen und eines seiner Drone-Konzerte spielen. Er wird auch mit Teilen seiner genreunabhängigen Plattensammlung im Musiksalon der „Suite 405“ zu hören sein. Foto: Yasmina Haddad

JH_28web

Konrad Sprenger ist das Pseudonym des in Berlin lebenden Komponisten, Produzenten und Künstlers Jörg Hiller (geboren 1977, Lahr, Deutschland). Er betreibt das Musiklabel „Choose“, auf dem er Aufnahmen von Künstlerinnen und Künstlern wie Ellen Fullman, Arnold Dreyblatt, Robert Ashley und Terry Fox veröffentlicht. Live trat Konrad Sprenger mit Ellen Fullman, Arnold Dreyblatt, Ethnostress, dem Kunstkollektiv Honey-Suckle Company und Phillip Sollmann auf. Seine Musik und künstlerische Arbeit wurde unter anderem an folgenden Orten gezeigt:  P.S.1 Contemporary Art Center, Cubitt Gallery, Kunsthalle Baden-Baden, Kunsthalle Basel, Frankfurter Kunstverein, Künstlerhaus Stuttgart, Sonar Festival, Schaubühne Berlin, Volksbühne Berlin, Podewil, Berghain, Gallery Giti Nourbakhsch und am Hamburger Bahnhof. Konrad Sprenger wird mehrere Tage im „Hotel Konkurrenz“ verbringen und dort unter anderem mit einer Kompositon für eine computergesteuerte Mehrkanalgitarre zu hören sein. Bild: Konrad Sprengers Gitarre in „Performative Screenings #18, School 2013, Foto: Yasmina Haddad

Ganzseitiges Foto

Brigitte Franzen ist Direktorin des Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen. 2004 bis 2008 war sie Kuratorin für Gegenwartskunst am Westfälischen Landesmuseum und Co-Kuratorin der Skulptur Projekte Münster 2007. Die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin studierte Kunstgeschichte, Europäische Ethnologie, Germanistik und Soziologie in Karlsruhe, Wien und Marburg/Lahn und lehrte an der Bergischen Universität Wuppertal, der Technischen Universität Graz und der Akademie der Bildenden Künste in München, sowie ab 2013 an der Universität zu Köln. Als Autorin und Herausgeberin veröffentlichte sie viele Texte und Publikationen zur Gegenwartskunst, darunter die mittlerweile vergriffenen Bücher „Die vierte Natur. Gärten in der zeitgenössischen Kunst“ (2000) und „Landschaftstheorie“ (2005), sowie darüberhinaus „Stephen Willats – Texte zur Architektur“ (2008), „Closer than Fiction – Amerikanische Bildwelten um 1970“ (2011), „Phyllida Barlow – Brink“ und „Susan Phillipsz: You are not Alone“ (erschienen 2013). Im „Hotel Konkurrenz“ berichtet Brigitte Franzen in einem Gespräch mit Edelbert Köb über ihre kuratorischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte.

DIetmar_28

Dietmar Schwärzler hat für „Hotel Konkurrenz“ eine Reihe an Filmen zusammengestellt, welche am Pfingstwochenende unter dem Titel „Blaue Zone – Suite 405“ gezeigt werden. Bild von Dietmar Schwärzler, Foto: Ruth Kasseler, 2013

stills28

Blaue Zone – Suite 405: Als Jan Bas Ader 1975, 33 Jahre alt, mit einem kleinen Segelboot auszog, den Atlantik zu überqueren, aber niemals ankam, nannte er diese performativ angelegte Aktion In Search of the Miraculous (Songs for North Atlantic). Die Gesetzmäßigkeiten der Natur auszuloten, war aber auch stets Thema seiner wenigen, meist kurzen, spielerisch angelegten Filme, in denen er mit dem Fallen – vom Dach, vom Baum, in einen Kanal –, der Schwerkraft experimentierte. Sein kleines filmisches Werk fungiert als Ausgangspunkt, sich im Rahmen eines Kurzfilmprogrammes mit Eingriffen in die Natur, bzw. dem Verorten in dieser unter künstlerischen Aspekten auseinanderzusetzen. In den zwei darauffolgenden Abenden verschiebt sich die Perspektive auf die Menschen und deren Mentalität, die sich aus der Umgebung formt. Heddy Honigmanns Dokumentarfilm O Amor Natural (1995) befragt in die Jahre gekommene Frauen und Männer in Rio de Janeiro zum Thema Liebe und Sexualität anhand der erotischen, zu Lebzeiten nicht publizierten Gedichte des brasilianischen Schriftstellers Carlos Drummond de Andrade. In dem essayistischen Dokumentarfilm In Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern (2013) interviewt der Regisseur Peter Liechti seine Mutter und seinen Vater, die in der Schweiz leben und entwirft dabei nicht nur ein berührendes Familienportrait, sondern präsentiert ein Lebensgefühl einer Generation und eines Landes, dessen regulative Denkmuster und Ordnungssysteme nicht nur die Gärten vor den Häusern prägen. (Dietmar Schwärzler) Filme angefragt weiters von Joan Jonas, Lukas Marxt, George Kuchar, Lida Abdul, David Horvitz, Markus Scherer u.a.. Filmstills: Lukas Marxt: Reign of Silence, 2013; Markus Scherer, o.T., 2013

portraitneuklweb-28

Yasmina Haddad wurde in Beirut / Libanon geboren und lebt seit 1985 vorwiegend in Österreich. Gemeinsam mit Andrea Lumplecker gründete sie den Kunstraum „School“ und die Serie „Performative Screenings“. Von Anfang an mit der Entwicklung von AO& verbunden, hat sie für das Künstlerkollektiv neben einigen anderen Bildern die Stillebenserie „Principal Concerns“ angefertigt. Neben ihrer Arbeit in den Feldern Kunst, Fotografie, Mode und ihrer Unterrichtstätigkeit an der Schule für Gestaltung in Basel und der Wiener Akademie der Bildenden Künste unterhält Yasmina Haddad ein enges Verhältnis zur Musik. In den Neunziger Jahren als DJ aktiv, vertonte sie später eine Reihe an Filmen der Künstlerin Karoe Gold und veröffentliche 2006 gemeinsam mit Gina Hell als „Rashim“ das Album „Suns.Shadows“. Am Samstagabend des Pfingstwochenendes wird Yasmina Haddad im „Hotel Konkurrenz“ aus ihrer Musiksammlung vorspielen. Foto: Maria Ziegelböck

 

flovier01orange_28

Als Florian Horwath im AO&-Gründungssommer 2007 in Prigglitz auftrat, war sein erstes Album „We Are All Gold“ gerade erschienen. In der Zwischenzeit hat er drei weitere Alben veröffentlicht, hymnische Kritiken geerntet und eine Vielzahl an Konzerten in verschiedenen Ländern gespielt. Der gebürtige Tiroler sang auch zahlreiche Duette; hervorzuheben ist dabei der Hit „Baby You Got Me Wrong“ mit Cardigans-Sängerin Nina Person. Stilistisch hat er seine elektronische Ursprünge weitgehend verlassen und verfolgt mit seinen Liedern seit Jahren konsequent seine eigene musikalische Vision. Neben seinem Musikschaffen arbeitet Florian Horwath als Schauspieler und Journalist.  Mit dem deutschen Designer Frank Leder betreibt das Label „Into the Essence“. Am Pfingstmontag wird er im „Hotel Konkurrenz“ auftreten. Foto: Yasmina Haddad

SONY DSC

Bei Albrecht Dornauer dreht sich alles um Platten. Seit gut 15 Jahren sammelt, archiviert, produziert, veröffentlicht, verkauft und bespricht er Schallplatten. Seine Sammlung umfasst weltweite Obskuritäten, von Hongkong Soul über mozambiquanische Pressungen italienischer Crime-Soundtracks, kolumbianischen Psychedelic Cumbia zu deutschem Christen-Funk. Einen großen Teil nimmt die österreichische Musikgeschichte ein – Wiener Rock’n'Roll, Tiroler Progressive Rock, Grazer Jazz-Messen und vieles mehr. Der Tonträger ist für ihn nicht nur Audiodokument, sondern auch Zeitdokument und damit Spiegel der Gesellschaft. Mit Sammlerkollegen werden über das Label „Digatone“ auch vergessene heimische Perlen der Vergangenheit wiederveröffentlicht. Aktuelle Releases sind „Schnitzelbeat“ (Austrian Unknowns 1957-65) sowie die Filmmusik zu „Geißel des Fleisches“ (1965). All das und vieles mehr kann man in einem kommentierten DJ-Set im „Hotel Konkurrenz“ hören.

mel01-28

Melanie Ohnemus ist Kuratorin und Herausgeberin von Publikationen zur zeitgenössischen Kunst. Sie arbeitete unter anderen mit Künstlern wie Judith Hopf, Julie Ault & Martin Beck, David Lamelas, Paola Pivi, Michael Beutler, Michael Krebber, Haegue Yang, Rachel Harrison, Martha Rosler, Dan Graham, Wade Guyton, Frances Stark, Mathias Poledna, Morgan Fisher, Sergej Jensen, Tanja Widmann, Lena Henke, Ricarda Denzer, Stefan Thaler, Nina Könnemann, Tonio Kröner und Maja Vukoje. Sie arbeitet sowohl in institutionellen Strukturen (Secession Wien, Portikus Frankfurt, Universität für Angewandte Kunst Wien), wie auch Off-Space Zusammenhängen (Pro Choice Wien, school Wien, HHDM Wien, wellwellwell Wien). Für Manfred Grübls und Linda Klösels aktuelle Ausgabe des Magazins „Version“ führte sie ein Interview mit AO&. Sie beschäftigt sich darüber hinaus seit zwei Jahren intensiv mit der „Grinberg-Methode“ und arbeitet als Praktikerin in Ausbildung mit dieser Form der Körper- und Persönlichkeitsarbeit. Melanie Ohnemus wird von 1. bis 8. Juni im “Hotel Konkurrenz” Gästen und Personal die Methode näher bringen und Sitzungen anbieten.

ed2-28

Ed. Hauswirt ist Regisseur, Schauspieler und künstlerischer Leiter des Theater im Bahnhof in Graz. In der letzten Woche des Hotel Konkurrenz wird er während seines Aufenthaltes in das Hotelgeschehen eingreifen. Foto: Yasmina Haddad

feurle1_28

Klaus Feurstein (Jahrgang 1952) ist gelernter Konditor, lebt in Feldkirch und betreibt seit Jahrzehnten das Café Feurstein und den berüchtigten Stone Club. Von einigen als die einzigen  Quadratmeter Großstadt Vorarlbergs bezeichnet, versammelt dieses Lokal seit 1978 jede Nacht Jung und Alt aus verschiedenen Milieus, die sich dort bis in die Morgenstunden eine Auszeit von Vorarlberger Tugenden und Zwängen nehmen. Ende der Achtziger Jahre vom Wiener Andreas Haupt verleitet, spielt Klaus Feurstein Musik als DJ und sammelt elektronische Musik, Jazz, etc. Der Stone Club hat Generationen an DJs geprägt, von denen einige auch international tätig sind.Paradox erscheint dabei die informelle Städtepartnerschaft zwischen dem im wohlhabenden Vorarlberg gelegenen Feldkirch und der bankrotten Metropole Detroit. Viele Feldkircher verehren die Musik aus Detroit, insbesondere den Techno, was immer wieder zu wechselseitigen Besuchen von DJs und Musikinteressierten führt. Es wäre kein Wunder, wenn einige „Interstellar Fugitives“ aus Vorarlberg ihrem Wirten nach Bad Kleinkirchheim folgen würden, um am Finale von „Hotel Konkurrenz“ teilzuhaben. Diese letzten Tage werden von einer Musikvorlesung von Klaus Feurstein eingeläutet, gefolgt von Vorträgen einer Planetenforscherin, zweier Astronomen, Konzerten vom Klavierwunderkind des Nachbarortes, von Quehenberger/Kern und einem der letzten Menschen, Pepi Helm. In der letzten Nacht wird der im Stone Club ausgebildete, in Berlin lebende Oliver Kargl alias DJ RNDM alle zum Tanzen bringen. Foto: Patrick Amann

Christoph_28

Christoph Malin wurde in Feldkirch geboren und war jahrelang Sportfotograf. Seit der Erfindung des Mountainbikes hat er als Journalist die Entwicklung dieses Spitzen- und Breitensports für verschiedene internationale Fachmedien beobachtet. Während der letzten Jahre spezialisierte er sich auf Timelapse-Fotografie und entdeckte seine Liebe zum Sternenhimmel. Aufgenommen in die exklusive Riege der TWAN Fotografinnen und Fotografen verbringt er häufig seine Nächte auf Berggipfeln und in Wüsten, um klare Sicht für seine Bilder und Filme vorzufinden. Gerade eben von einer Expedition zu den European Southern Observatories in der Atacamawüste zurückgekehrt, wird er mit seinem Kollegen Babak Tafreshi versuchen, den Nachthimmel über dem Hotel Konkurrenz einzufangen.

Babak_28

Babak Tafreshi ist seit frühester Jugend Fotograf und war schon immer fasziniert vom Nachthimmel. Über die Jahre wurde er zu einem der internationalen Aushängeschilder der Astrofotografie. Er gründete TWAN, „The World At Night“, und hat unter anderem den renommierten Lennart Nilsson-Preis für Wissenschaftsfotografie erhalten. Die Arbeit mit wissenschaftlichen Institutionen und seine Beobachtung und Dokumentation von Himmelsereignissen haben ihn auf alle Kontinente geführt. Babak Tafreshi wird mit seinem Kollegen Christoph Malin für mehrere Nächte in die Nockberge reisen. Sie werden von ihrer Arbeit erzählen, Bilder zeigen und, wenn es der Himmel zulässt, neue machen.

barbara&mirko_final_28

Mirko Winkel in Kollaboration mit Barbara Stracke: Der intragalaktische Tourismus hat eine aufregende und vor allen Dingen nicht endenwollende Geschichte. Die Astrophysikerin Dr. Barbara Stracke und der bildende Künstler Mirko Winkel geben einen anschaulichen Überblick der verschiedenen Reisedestinationen unseren Sonnensystems, die der Menschheit nach heutigem Wissensstand zur Verfügung stehen.

Barbara Stracke ist Astrophysikerin und lebt in Berlin. Sie studierte Physik und Informatik in Heidelberg, Astro- und Geophysik in Köln. Ihre Diplomarbeit behandelte die Thematik der „Wechselwirkung von Sternwinden mit extrasolaren Planeten“. 2012 dissertierte sie bei Prof. Heike Rauer in der Abteilung Extrasolare Planeten und Atmosphären des Instituts für Planetenphysik, DLR Berlin und der TU Berlin: „Modelling atmospheres of terrestrial extrasolar planets in view of habitablility”. Barbara Stracke arbeitet am Institut für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Mirko Winkel wurde in der DDR geboren und lebt in Berlin und Wien. Er studierte bildende Kunst und Performancekunst bei Marina Abramovic und Christoph Schlingensief und absolvierte ein Masterstudium in Solo/Dance/Authorship an der Universität der Künste und der HfS Ernst Busch Berlin. Seine recherchebasierten, vornehmlich kollaborativen Arbeiten sind Performances, Videos, Vorträge und Texte, aber auch Raumkonzepte, Ideen und Verbesserungsvorschläge. Er ist Mitbegründer der Freien Klasse Braunschweig (Theaterformen 2004, Elektropopklub 2005) und der Agentur Mysafir (9. Istanbul Biennale) und war Teil eines einjährigen theatralen Experiments am Gesamtwerk von Heiner Müller (“Jenseits des Todes – HM3”, Wien 2006). Zusammen mit Doreen Uhlig entwickelte er die “Thesen zur Performance-Kunst” (Life Art Festival Peking), mit Alex Gerbaulet entwickelte er einen Film über jugendliche Neonazis in einem ostdeutschen Gefängnis, mit Anat Eisenberg realisierte er u.a. eine begehbare und geführte Installation in einem Istanbuler Luxus-Apartment. Zur Zeit entwickelt er einem Film über den Neubau des Brandenburger Parlaments in Gestalt des Potsdamer Stadtschlosses, konzipierte mit „Protein“ ein Magazin über das Altern und realisiert in Kollaboration mit Martin Schick am Konzert Theater Bern im Mai 2014 eine Regiearbeit im Rahmen von „Hunger for Trade“ des Schauspielhauses Hamburg. Seit zwei Jahren unterrichtet er am Institut für Performative Künste und Bildung an der Kunsthochschule Braunschweig.

markus2_28

Markus Krottendorfer ist Wiener, bildender Künstler und Fotograf. In seinen Bildern und Installationen behandelt er die technischen Parameter der Fotografie, das Phänomen Licht anhand seiner Quellen und Auswirkungen. Seine Reisen führen ihn oft zu Orten, die sich in Transformation befinden und auf größere Zusammenhänge verweisen: die Städte beim chinesischen Drei-Schluchten-Staudamm vor ihrer Flutung, die ersten Ölfelder der Industriegeschichte in Aserbaidschan, der Gebrauchtwagenmarkt von Tiflis. Er besuchte entlegene Observatorien, verbrachte Tage in  den Glashauslandschaften von Biosphere 2 und reiste eigens nach Florida, um dort dem letzten Start eines Space Shuttles beizuwohnen.

Gerrard_Portraits_28

Der 1974 in Dublin geborene Künstler John Gerrard studierte an der Oxford University, am Chicagoer Art Institute und am Trinity College in Dublin. Er lebt und arbeitet in Wien und Irland. Gerrards digitale Skulpturen, virtuelle Echtzeit-3D-Animationen, thematisieren zeitgenössische Mechanismen der Energie und der Macht – Öl, Massentierhaltung, Armee. Sie werden in seinem Wiener Studio unter großem Arbeitsaufwand mit einem mehrköpfigen Team produziert. John Gerrard verfolgte und förderte die Arbeit von AO& von Anfang an. Seit 2008 entstanden mehrere Kooperationen, unter anderem eine gemeinsame Präsenz in der Simon Preston Gallery in New York. Er wird im Hotel Konkurrenz  eine neue Arbeit aus der Serie “Exercise” vorstellen und darüber sprechen.

Katharina_28

Katharina Kohler ist Restauratorin und Künstlerin. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich auch mit der Bewahrung früher buddhistischer Kunst und Architektur im indischen Himalaya. Gerade von einer Kampagne in Ladakh zurückgekehrt, erzählt sie von dem seit den Siebziger Jahren für den Tourismus geöffneten Gebiet, in dem das Ausbleiben des Schnees, das dadurch fehlende Schmelzwasser und die zugleich häufiger werdenden starken Regenfälle Landschaft und Menschen stetig verändern.

GOETHEANUM_28

Philipp Ruthner ist Somatonaut, Feldenkraislehrer, Sportwissenschaftler und schreibt in einem email über seinen Aufenthalt im Hotel Konkurrenz: „12 -15 Juni würd´ passen. (Donnerstag bis Sonntag) Kann Einzelstunden geben, oder Gruppenstunden zu fixen Zeiten, Thema könnte sein: Ankommen zwischen Mikro- Makrokosmos hehe – aber da bin ich flexibel- Schönen Tag fipss-Somatonauts heh – Philipp Ruthner, Mag. – Stiegengasse 2/2 – 1060 Wien

777hp-28

Dieter Würch, geboren in Ludwigsburg, ist gelernter Porsche-Mechaniker, Orgelbauer, studierte Sozialpädagogik, Geschichte, Maschinenbau und Philosophie. Seit 1990 in Wien, betreibt der streitbare Universalgelehrte schon über 15 Jahre die Buchhandlung 777 in einer versteckten Gasse hinter dem Stephansdom. Dieser besondere Ort ist beim Publikum hochgeschätzt für die einzigartige Auswahl an Literatur, Wissenschaft, Musik, Hermetik, Wein, den Kaffee und, vor allem, das sokratische Gespräch mit dem Buchhändler. Die Kellerräume der Buchhandlung beherbergen außerdem Depot und Fundus von AO&, denen Würch seit Gründungstagen mit Wort und Tat zur Seite steht. Im “Hotel Konkurrenz” wird Dieter Würch aus ausgewählter Science Fiction über die Besiedelung des Weltraums vorlesen. Foto: Yasmina Haddad

pepihelm1web_28

Josef “Pepi” Helm ist Musiker und Wirt. Er erbte und betreibt, nach eigenen Angaben unfreiwillig, ein (unfreiwillig) beliebtes Wirtshaus und zwei Fischteiche in Zwerndorf an der March, wo über die Jahre ein unvergleichliches Soziotop entstand: “Bauern mit Migrationshintergrund” (also mit kroatischen Wurzeln, Zitat Pepi Helm), Junge und Alte, vom hervorragenden, beiläufig-souveränen Essen – Wild und Fisch, alles von Pepi persönlich zubereitet – angelockte Gäste und viele mehr versammeln sich in der Stube des “3er Wirtshauses”. Zahllose Konzerte fanden und finden dort statt, auch Granden wie Willy DeVille, Brian Auger und The Zawinul Syndicate waren zu Gast. Pepi Helm über das 3er Wirtshaus: “Es ist wie alle Religionen, eine Illusion.” In der letzten Woche wird er im Hotel Konkurrenz Gitarre spielen, singen und erzählen.

 

COCO_MR_28

Constantin Luser, in Graz geboren, ist bildender Künstler und lebt in Wien. Sein Arbeiten reicht von monumentalen selbstgebauten Instrumenten bis zu detaillierten, assoziativen Fineliner-Zeichnungen. Am 13. und 14. Juni  steht Constantin Luser den Gästen des Hotels Konkurrenz als Tätowierer zur Verfügung.

David_28

Der vierzehnjährige Gymnasiast David Ajtai aus Radenthein brilliert am Klavier bei Landes- wie Bundeswettbewerben. Mit drei Jahren begann er mit dem Klavierspiel, ein Jahr später folgte bereits das erste öffentliche Konzert. Davids derzeitige Lieblingskomponisten sind Schubert und Mendelssohn. Er stellt seine – laut Vater Miklos auch gerne an der Spielkonsole erprobte – Fingerfertigkeit und sein musikalisches Feingefühl im Rahmen einer Darbietung im Hotel Konkurrenz unter Beweis.

quehedd01_28

Philipp Quehenberger und Didi Kern spielen seit Jahren zusammen – Keyboards und Drums. Ihre Musik spottet dem Versuch einer schriftlichen oder mündlichen Beschreibung. Wertvoll, wuchtig, wichtig! Bild: Quehenberger, Kern, 2008 bei AO& „Leben und Sterben in den Bergen“, Foto: Viktor Kröll

IMG_0138.JPG

Oliver Kargl ist in Vorarlberg aufgewachsen, hat Kunst in Wien studiert und lebt seit Jahren als DJ und Produzent in Berlin. Unter dem Namen RNDM veröffentlicht er auf den Labels Dial, Laid und Naif. Bevor AO& nach fünf Wochen das Hotel Konkurrenz wieder schließen, wird Oliver Kargl durch die letzte Nacht Gäste, Beitragende und Mitarbeiter um den Schlaf und zum Tanzen bringen.